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Ein inspirierendes Szenario

  • Markus Heyer
  • 7. Mai
  • 3 Min. Lesezeit



Als Creative Director, Brand Specialist, Konzeptioner und Designer habe ich die letzten 20 Jahre in klassischen Kreativ-Teams gearbeitet. Große Räder, viele Köpfe: Key Account Manager, Berater, Strategen, Texter, Illustratoren … Ein Apparat, der sich drehte, sobald der Kunde mit einem Auftrag zur Tür hereinkam.


Man wurde von der glitzernden Werbewelt empfangen: „Wir machen da was Geiles. Budget? Goldideen haben ihren Preis!“ Dann zog sich die Agentur wochenlang zurück, bis die Armada zur Präsentation anrückte. Der Moment des großen „Surprise“.


Diese Zeiten sind vorbei.

Kreative Arbeit, starre Zuständigkeiten und traditionelle Workflows – all das wurde lange nicht mehr hinterfragt. Das hat uns nun die KI abgenommen. Kreativität war lange ein Monopol, das von Werbeagenturen verwaltet wurde. Doch Werbung ist demokratisiert. Das Erstellen von Inhalten, Assets und Ideen? Das kann inzwischen jeder. Immer. Überall. Tools und Lösungen gibt es genug.


Aber was nun? Alles in-house lösen?

Die Versuchung ist groß. Naheliegend. Alles ist nur noch ein Klick, ein Prompt – fertig. Doch meine Erfahrung der letzten sechs Monate zeigt: So einfach ist es nicht. Der erste KI-Rausch ist vorbei. Mit Tools zu experimentieren, ist faszinierend, aber 100 % richtige, markenfitte Lösungen zu generieren, ist harte Arbeit.


Gestern durfte ich einem Impulsvortrag von Harry Gatterer (Zukunftsinstitut) lauschen. Ein Satz hat den Nagel auf den Kopf getroffen: „Zukunft ist Arbeit.“


Egal, was die KI erstellen kann, egal, wie schnell sich Business-Modelle entwickeln: Es bleibt Arbeit. Hat der Marketingmanager wirklich die Ressourcen, um alle Kampagnenmotive selbst zu erstellen? „Macht das Tool doch von selbst.“ Oder doch nicht? Was dann?


Ein konkretes Beispiel: Ein Kunde hat ein Kampagnenthema – die Vermarktung eines neuen Produkts. Das Projekt ist in der Jahresplanung beschlossen. Aber das Budget ist extrem begrenzt – verständlich in diesen Zeiten. Also was tun? Zu einer großen Kreativagentur gehen? Einen Freelancer buchen? Oder alles in-house lösen, weil man ja „auch einen Designer“ und GoogleAI zur Verfügung hat?


Meine Meinung, meine Antwort liegt dazwischen.


Design-Sparring: Mündig. Direkt. Inspirierend.


Viele Skills sind in Unternehmen bereits vorhanden. Viele Aufgaben lassen sich mit KI perfekt vorbereiten und lösen. Aber es braucht mehr als nur Einzelteile und Zutaten. Es braucht jemanden, der das Rezept kennt, mitgestaltet und die Qualität sichert.


Beim kreativen Sparring bleibt das Projekt beim Kunden. Das Gesamtbudget verlässt nicht das Haus. Der Kunde holt sich keine „Blackbox Agentur“, sondern punktuelle Senior-Kompetenz dazu – sei es, um das Technologie-, Kreativitäts- oder Produktionslevel zu steigern. All das sind wertvolle Kompetenzen, die Design-Sparring einbringen kann.


Ich habe diesen Ansatz in den letzten Monaten mit Kunden jeder Größe durchgespielt. Die Resonanz? Durchweg positiv! Der Kunde wird mündig. Er darf aktiv mitgestalten. Früher hieß es in Agenturen oft: „Das ist alles Quatsch, lassen Sie mal die Profis machen.“ Meine Haltung heute ist: „Interessante Ansätze – lasst uns diese gemeinsam schärfen, eine Linie finden und das Ganze auf das nächste Level heben.“


Konkret bedeutet das:

  • Der Prozess: Fragen zur strategischen Ausrichtung werden intern vorbereitet und im Dialog mit mir verfeinert, Sichtweisen werden geschärft.


  • Die Umsetzung: Erste Entwürfe, Texte und Input entstehen im Haus. Ich bewerte, decke Schwachstellen auf, bringe fundiertes Feedback ein und übernehme dort, wo verfeinert oder die Qualität massiv erhöht werden muss.


  • Die Flexibilität: Der kreative Workflow wird fluide und agil. Keine One-Way-Agenturbeziehung, kein teurer Gesamtauftrag. Das Projektmanagement und die passenden Arbeiten bleiben im Unternehmen – die Exzellenz entsteht durch Senior-Design-Expertise, die den Prozess kuratiert, veredelt und umsetzen kann.



Ist das die Zukunft der Designbranche? Ist es die Lösung für alles? Nein! Aber die lineare Werbeagentur-Kunden-Beziehung ist nicht mehr das einzige Mittel. Grenzen verschieben sich, lösen sich auf. Es ist die Chance, neu zu denken, gemeinsam neue Wege zu definieren.


Der Design-Sparring-Ansatz ist eine wertvolle und lösungsorientierte Antwort auf die technologischen Möglichkeiten von heute.


Lassen Sie uns gemeinsam arbeiten. Auf Augenhöhe.



Markus Heyer, Founder heyGlory

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